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Die Schilddrüse –
kleines Organ, große Leistung.


Die nur etwa 20 Gramm wiegende Schilddrüse, lateinisch glandula thyreoidea, schmiegt sich unterhalb des Kehlkopfs an die Luftröhre und besteht aus zwei verbundenen Seitenlappen. Sie produziert die Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Beide Botenstoffe sind mit dafür verantwortlich, dass der Stoffwechsel normal arbeitet, statt auf Sparflamme oder Hochtouren zu laufen. T3 und T4 beeinflussen zum Beispiel das Tempo, mit dem der Körper die Nahrung verwertet und mit der gewonnenen Energie den Wärmehaushalt reguliert. Die Schilddrüsenhormone wirken auch auf:

  • den Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydrat-Stoffwechsel
  • den Stoffwechsel der Muskeln
  • andere Drüsen wie die Keimdrüsen
  • den Mineralhaushalt
  • körperliche und geistige Entwicklung in Wachstumsphasen
  • körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
  • das emotionale Befinden

Ein Rückkopplungsmechanismus in übergeordneten Zentren im Gehirn regelt die Bildung der Schilddrüsenhormone, ein Hormon aus der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) fordert die in der Schilddrüse hergestellten und gespeicherten Hormone T3 und T4 an – je nachdem, wie hoch der Hormonspiegel im Blut gerade ist. Die Drüse gibt sie in das Blut ab, über das sie jede Zelle des Körpers erreichen können.

Ein entscheidender Bestandteil der Schilddrüsenhormone ist Jod. Ist der Organismus mit dem Spurenelement unterversorgt, wächst die Drüse, um den Mangel über gesteigerte Aktivität auszugleichen. Auch Autoimmunreaktionen können sie anregen. Als Folge der Überfunktion (Hyperthyreose) überschwemmen Schilddrüsenhormone das Blut und kurbeln Stoffwechselprozesse drastisch an. Typische Beschwerden sind daher zum Beispiel Unruhe, Gewichtsabnahme, warme feuchte Haut, Haarausfall, Schwitzen, Herzrasen, erhöhter Blutdruck, häufiger Stuhlgang.

Bei einer selteneren Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) verlangsamt sich der Stoffwechsel, da die T3 und T4 als Motoren nicht ausreichend vorhanden sind. Eine der Hauptursachen ist ein durch eine Entzündungen zerstörtes Drüsengewebe. Die Symptome sind oft leicht und schmerzlos, etwa: trockene, kühle, teigige Haut, Müdigkeit, depressive Verstimmungen, verlangsamter Herzschlag, Gewichtszunahme, Darmträgheit, erhöhter Cholesterinspiegel.

Von Schilddrüsenproblemen ist etwa jeder Dritte in Deutschland betroffen, Frauen dreimal häufiger als Männer. Der Grund: In Phasen hormoneller Umstellung wie Schwangerschaft, Stillzeit und Menopause ändert sich der Stoffwechsel und die Schilddrüse muss sich funktionell anpassen. Besonders gefährdet sind auch Senioren, da Schilddrüsenbeschwerden im Alter weniger typisch ausgeprägt sind und nicht oder spät erkannt werden.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen helfen, eine Schilddrüsenfehlfunktion früh zu entdecken. Weisen Sie Ihren Arzt dabei auf entsprechende Symptome hin. Zudem ist eine gute Jodversorgung wichtig. Da Deutschland Jodmangelgebiet ist, empfiehlt es sich, jodiertes Speisesalz zu verwenden und zweimal die Woche frischen Seefisch auf den Tisch zu bringen.

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