Ärzte schätzen, dass rund ein Drittel aller Erwachsenen schläft schlecht – zumindest zeitweilig. Es ist wichtig, nicht zu hohe oder falsche Erwartungen hinsichtlich des Schlafes zu hegen: Niemand schläft immer gut. Ein in einer Nacht entstandenes Schlafdefizit wirkt wie ein Schlafmittel für die nächste Nacht, in der man dann besser schläft. Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht kein Muss sind. Viele Menschen benötigen weniger Schlaf und sind dennoch am nächsten Tag ausgeruht. Gut für das Einschlafen sind so genannte Schlafrituale mit ständig wiederkehrenden kleinen Handlungen, die einen auf den Schlaf einstimmen. Ein Glas Milch vor dem Zu-Bett-Gehen kann sich ebenfalls positiv auswirken. Schlecht für das Einschlafen sind dagegen erfahrungsgemäß Fernsehen im Bett und größere Mahlzeiten am Abend. Wenn jemand über eine längere Zeit schlecht schläft und tagsüber müde und abgespannt ist, sollte er mit seinem Hausarzt sprechen, um die Ursachen aufzudecken und Verhaltensweisen zu entwickeln, die ihm einen ruhigen und ausreichenden Schlaf ermöglichen.
Übrigens: Kinder im Vorschulalter wachen durchschnittlich nur einmal pro Nacht auf, 20-60 jährige fünfmal und Senioren über 60 sogar bis zu achtmal. Untersuchungen haben außerdem gezeigt, dass Männer nachts häufiger aufwachen als Frauen. Dass hat aber nichts damit zu tun, wie wach sich jemand tagsüber fühlt. Eine Schlafstörung liegt nur dann vor, wenn der Betreffende am Tag häufig müde und abgeschlagen ist. Die Diagnose „Schlafstörung“ stützt sich also vor allem darauf, wie der Patient sich fühlt und erst in zweiter Linie darauf, wie lange er dazu braucht, einzuschlafen, wie häufig er nachts wach liegt und wie viele Stunden er insgesamt schläft. Diese Werte sind nämlich individuell sehr verschieden.
Schlafmittel verordnet der Arzt bei akuten Anlässen, zum Beispiel in der Nacht vor einer Operation. Sie können außerdem notwendig sein, um einen verhängnisvollen Kreislauf zu unterbrechen. Zum Beispiel kann der Arzt einen sehr erregten Patienten erst dann anderen, nicht-medikamentösen Methoden zuführen, wenn er zur Ruhe gekommen und aufnahmebereit ist für andere Verfahren. Die Medikamente haben außerdem ihre Berechtigung als Unterstützung bei verschiedenen anderen Erkrankungen: So ist es günstig, einen Patienten, der einen Herzinfarkt erlitten hat, mit Schlafmitteln ruhig zu stellen, damit das Herz und der Körper mit weniger Sauerstoff auskommen.
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